Bitterer Nachmittag in Sirnach
Viel Ballbesitz, wenig Gefahr und am Ende nicht einmal ein eigener Treffer: Der SCA verliert auswärts beim FC Sirnach mit 0:3. Eine Niederlage, die angesichts der Ausgangslage durchaus in Richtung «peinlich» geht – und bei der es wenig schönzureden gibt.
Eigentlich schien die Ausgangslage vor der Partie ziemlich klar. Sirnach war mit drei Niederlagen in die Saison gestartet, hatte noch keinen einzigen Punkt auf dem Konto und dabei bereits 24 Gegentore kassiert. Anders gesagt: Die Sirnacher Defensive hatte sich in den ersten Wochen nicht unbedingt als uneinnehmbare Festung präsentiert.
Umso bitterer, dass ausgerechnet der SCA an diesem Samstagabend keinen Weg durch diese Festung fand.
Dabei war Aadorf keineswegs ohne Ball. Im Gegenteil: Der SCA hatte über weite Strecken viel Ballbesitz und durfte das Spielgerät durchaus sein Eigen nennen. Nur entstand daraus erschreckend wenig. Der Ball lief durch die eigenen Reihen, wirklich gefährliche Aktionen vor dem Sirnacher Tor blieben aber Mangelware. Ballbesitz gewinnt bekanntlich keine Spiele – und an diesem Abend leider nicht einmal einen Trostpreis.
Sirnach machte es einfacher und vor allem effizienter. Nach 31 Minuten brachte Amir Neziri die Gastgeber mit 1:0 in Führung. Für den SCA wäre danach noch genügend Zeit geblieben, um eine Antwort zu finden. Die blieb allerdings aus. So ging es mit einem knappen, aber aus Aadorfer Sicht bereits ärgerlichen Rückstand in die Pause.
Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild nur bedingt. Aadorf hatte weiterhin seine Spielanteile, doch sobald es in Richtung gegnerisches Tor ging, fehlten Ideen, Präzision und die nötige Konsequenz. Sirnach musste keine Abwehrschlacht überstehen – und das gegen eine Mannschaft, die zuvor im Schnitt acht Gegentore pro Partie erhalten hatte. Diese Statistik liest sich nach dem Spiel leider nochmals etwas unangenehmer als vorher.
In der Schlussphase machten die Gastgeber dann endgültig den Deckel drauf. Diego Teixeira Cruz erhöhte in der 77. Minute auf 2:0, ehe Amir Neziri nur drei Minuten später mit seinem zweiten Treffer das 3:0 erzielte. Drei Gegentore, kein eigenes – Feierabend.
Und ja: Diese Niederlage darf wehtun. Mehr noch, sie muss es wahrscheinlich sogar. Wenn man bei einem Gegner antritt, der nach drei Spielen noch ohne Punkt dasteht und bereits 24 Gegentore kassiert hat, darf der Anspruch durchaus sein, mit etwas Zählbarem nach Hause zu fahren. Stattdessen schenkte der SCA Sirnach nicht nur die ersten Punkte der Saison, sondern gleich auch noch die erste weisse Weste.
Am Ende bleibt ein Spiel, bei dem viel Ballbesitz zu wenig Ertrag brachte und offensiv praktisch nichts zusammenpassen wollte. Das 0:3 ist deshalb nicht einfach nur eine Niederlage, sondern eine, bei der man sich durchaus an der eigenen Nase nehmen muss. Lange darüber philosophieren bringt allerdings ebenfalls keine Punkte. Aufarbeiten, daraus lernen und beim nächsten Spiel eine Reaktion zeigen. Denn nach einem solchen Abend gibt es eigentlich nur eine vernünftige Antwort: besser machen.
Deutliche Niederlage in Zuzwil
Früher Rückstand, ein Doppelschlag nach der Pause und am Ende sechs Gegentore – der Donnerstagabend in Zuzwil gehört definitiv in die Kategorie «abhaken und weitermachen». Der SCA unterliegt dem FC Zuzwil auswärts deutlich mit 1:6.
Viel Zeit zum Einfinden blieb den Aadorfern an diesem Abend nicht. Gerade einmal zwei Minuten waren gespielt, als Silvan Moser die Gastgeber bereits mit 1:0 in Führung brachte. Ein Start nach Mass – allerdings leider für die falsche Mannschaft.
In der Folge fand der SCA besser in die Partie und hielt den Rückstand lange bei einem Tor. Als man gedanklich wohl bereits mit dem 0:1 in Richtung Pausentee unterwegs war, schlug Zuzwil nochmals zu. Nico Baumgartner traf in der dritten Minute der Nachspielzeit zum 2:0. Ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt – falls es für Gegentore überhaupt günstige Zeitpunkte gibt.
Nach dem Seitenwechsel wollte der SCA nochmals zurück ins Spiel finden. Stattdessen erwischten die Gastgeber ihre stärkste Phase. In der 61. Minute fiel das 3:0 und nur zwei Minuten später bereits das 4:0. Ein Doppelschlag, von dem sich die Aadorfer nicht mehr erholen sollten. Spätestens mit dem 5:0 in der 79. Minute war dann auch den grössten Optimisten klar, dass es an diesem Abend mit Punkten eher schwierig werden dürfte.
Ganz ohne eigenen Treffer wollte der SCA die Heimreise aber nicht antreten. Und das schönste Tor des Abends gehörte dann tatsächlich den Aadorfern. In der 82. Minute fasste sich Joel Schaffer ein Herz und jagte den Ball mit einem herrlichen Distanzschuss zum 1:5 ins Netz. Mit Joel trug sich dabei ein eigener Aadorfer Junior in die Torschützenliste ein. Ein kleiner Lichtblick an einem ansonsten schwierigen Abend. Die Freude darüber hielt allerdings nur kurz: Zwei Minuten später verwandelte Zuzwil einen Elfmeter zum 6:1-Endstand.
Ein Abend, an dem wenig zusammenpasste und der Gegner konsequent nahezu jede Schwäche bestrafte. Solche Spiele gibt es – auch wenn man sie gerne möglichst selten im Matchbericht zusammenfassen würde. đ Mund abwischen, Lehren daraus ziehen und beim nächsten Mal wieder zeigen, was tatsächlich in dieser Mannschaft steckt.
Drei Punkte im Gepäck – SCA dreht Partie in Bronschhofen
Früher Elfmeter gegen uns, Rückstand zur Pause, Gelb-Rot kurz vor Schluss – und trotzdem drei Punkte. Der SCA gewinnt auswärts beim SC Bronschhofen mit 2:1 und beweist dabei Moral.
Der Sonntagmorgen hätte für den SCA durchaus gemütlicher beginnen können. Bereits nach zwei Minuten zeigte der Schiedsrichter auf den Punkt. Doch Rocco hatte offenbar keine Lust auf einen frühen Rückstand und parierte den Elfmeter. Danke, nehmen wir!
Danach gehörte die erste Halbzeit mehrheitlich den Gastgebern. In der 31. Minute fand ein Bronschhofer Freistoss an Freund, Feind und schliesslich auch Rocco vorbei den Weg ins Tor – 1:0. Mit diesem Rückstand ging es in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel zeigte der SCA dann ein anderes Gesicht. Mehr Druck, mehr Zug nach vorne – und in der 69. Minute die Belohnung. Michel Trigo behielt im Strafraum die Ruhe, liess seinen Gegenspieler stehen und schob zum 1:1 ein. Und weil ein Punkt an diesem Sonntag offenbar nicht genug war, folgte sechs Minuten später die nächste Gelegenheit. Elfmeter für den SCA! Dennis Luginbühl übernahm Verantwortung und hämmerte den Ball zum 2:1 in die Maschen.
Ganz ohne Drama ging es natürlich nicht. Michel Trigo durfte nach Gelb-Rot in der 87. Minute etwas früher duschen und der SCA musste die Schlussphase zu zehnt überstehen. Bronschhofen warf nochmals alles nach vorne – doch die Aadorfer Defensive hielt dicht. Schlusspfiff. 2:1. Drei Punkte. Heimfahrt mit bester Laune.
Nicht immer schön, aber erfolgreich – und bekanntlich fragt spätestens am Montag sowieso niemand mehr danach. đ
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Sandro Lombardi wird neuer Cheftrainer der 1. Mannschaft
Der SC Aadorf freut sich, die Verpflichtung von Sandro Lombardi als neuen Cheftrainer der 1. Mannschaft ab der Saison 2026/27 bekanntzugeben. Der 40-jährige Frauenfelder wird das Fanionteam künftig als (Spieler)trainer führen und seine grosse Erfahrung sowohl auf als auch neben dem Platz einbringen.
Sandro Lombardi ist Inhaber des C-Diploms und verfügt bereits über Trainererfahrung als Assistenztrainer beim FC Schaffhausen in der 2. Liga interregional. Zudem ist er als Individualcoach im Juniorenbereich tätig und bringt verschiedene Ausbildungen im Bereich Mentalcoaching mit.
Eindrückliche Karriere als Profi
Auch als Spieler kann Sandro Lombardi auf eine eindrückliche Karriere zurückblicken. Beim Grasshopper Club Zürich durchlief er die Nachwuchsstufen von der U16 bis zur U21, bevor er 2009 beim FC Winterthur seine Profikarriere startete. Weitere Stationen führten ihn zum italienischen Serie C-A Verein Pro Patria Calcio, zum FC Wil sowie zum FC Lugano, mit welchem ihm der Aufstieg von der Challenge League in die Super League gelang. Für die letzten vier Jahre seiner Karriere kehrte er nochmals zum FC Wil zurück, wo er im Sommer 2019 seine Aktivlaufbahn beendete. Insgesamt absolvierte Lombardi über 300 Profi-Pflichtspiele.
Privat ist Sandro Lombardi in Frauenfeld wohnhaft, verheiratet und Vater eines Sohnes sowie einer Tochter. Der passionierte Sportler führt in seinem Wohnort sein eigenes Sportfachgeschäft «Lombardi Sport». Der Name Lombardi hat in Aadorf bereits einen bekannten Klang. Sandro Lombardi ist der Neffe von Robert «Robi» Lombardi, welcher in den 90er Jahren sowie anfangs der 2000er Jahre für den SCA auf Torejagd ging.
Fokus auf die Entwicklung
Der SC Aadorf verfolgt weiterhin die Strategie, eigene Junioren schrittweise in das Fanionteam zu integrieren und gezielt weiterzuentwickeln. In diesem Zusammenhang sieht der Verein in Sandro Lombardi die ideale Besetzung für die kommende Saison.
Sportchef Mirco Meier zeigt sich glücklich mit der Entscheidung. «Wir sind überzeugt, mit Sandro die optimale Besetzung für unsere 1. Mannschaft gefunden zu haben. Er ist ein äusserst angenehmer und besonnener Typ mit enorm viel Erfahrung im Fussballgeschäft.» Auch der neue Cheftrainer freut sich auf seine Aufgabe beim SCA. «Ich freue mich darauf, gemeinsam mit jungen und erfahrenen Spielern eine starke Einheit zu formen. Besonders wichtig ist mir, junge Spieler zu fordern, gezielt zu fördern und in ihrer Weiterentwicklung zu begleiten. Gleichzeitig möchte ich meine Erfahrung als Trainer und Spieler bestmöglich für das Team einbringen.»
Die finale Besetzung des Staffs ist aktuell noch Gegenstand laufender Gespräche. Der Verein wird zu gegebenem Zeitpunkt über die definitive Staff-Besetzung informieren.
